Die Unscheinbaren

Dirk Brauns erzählt zwar eine hochspannende Agentengeschichte, aber diese bürstet er gegen den Strich. Sein Roman ist kein James Bond-Verschnitt, vielmehr ist es ein Anti-James Bond-Roman. Das Buch hat nichts Heldenhaftes und Heroisches. Und es nimmt eine ungewohnte Perspektive ein. Es erzählt, was es für die Familien der Spione bedeutet, wenn der Vater das Geld mit Lügen, Verrat und Täuschung verdient.
Radio SRF 2 Kultur
Ein Roman, der das große Spannungsverhältnis eines geteilten Landes auf die Familie überträgt. […] Das Buch ist hilfreich, um die jüngere deutsche Geschichte zu verstehen, und gleichzeitig ein Familienroman, der den Leser fesselt.
ARTE Journal
Menschliche Quellen zu verlieren, ist eine Tragödie. Man muss dann der Frage nachgehen, wie das kommen konnte. Und das tut dieser Autor.
Hans-Georg Wieck, ehemaliger Präsident des BND
Ein Ehepaar lebt in der DDR und spioniert für den Bundesnachrichtendienst in den 50er und 60er Jahren. Was bedeutet das für ihren Sohn, dieses Doppelleben der Eltern, vor allem als sie auffliegen und verhaftet werden? Solch eine Geschichte erzählt der Schriftsteller Dirk Brauns in seinem neuen Roman "Die Unscheinbaren". In seiner Familie ist etwas ganz Ähnliches passiert.
Kulturradio rbb
Spionage kann destabilisierende, die Persönlichkeit zersetzende Konsequenzen haben. In Dirk Brauns' Geschichte kommen Generationen nicht darüber hinweg. […] Wie sein Protagonist Martin Schmidt haderte auch der Schriftsteller damit, dass über dieses Thema in der Familie geschwiegen wurde. Mit seinem Roman ändert er das.
Arts and Culture, Deutsche Welle TV
Der Roman widersetzt sich dem Narrativ des angelsächsischen Agentenromans, dass der Held zumindest die westliche Welt zu retten habe, mit spröder Beharrlichkeit. Vordergründige Effekte sind Dirk Brauns fremd, auf Action setzt er eher beiläufig, er folgt der fast alltäglich wirkenden, eben unscheinbaren Geschichte, stets in einer klaren, ruhigen, aber durchaus sinnlichen Sprache.
culturmag.de
Die Bühne, die Brauns wählt, ist eine universale. Auch, wenn seine Romane […] ihre Themen im Osten finden. Der 51-Jährige sieht sich nicht als Aufarbeiter, als einer, der zurückblickt und sich fragt, was über die DDR nun noch zu sagen wäre: Was ihn eher interessiert sind die Abhängigkeiten, in die wir uns sowohl sehend als auch blind begeben, die Kompromisse, die wir eingehen, die Momente, in denen wir uns für einen Weg entscheiden können – und daneben auch all das Unbewusste, das jeder von uns mit sich herumschleppt.
Stephanie Lubasch, Märkische Oderzeitung
Als Dirk Brauns sein Buch kürzlich im Berliner Spionagemuseum vorstellte, war auch sein Vater anwesend. Nach den Eltern gefragt, sprach er von Unverantwortlichkeit. 1956 hätten sie mit ihrer Arbeit für den BND begonnen. Damals war er elf, sein Bruder war neun Jahre alt. „Wären sie sofort aufgeflogen, wären wir im Waisenhaus gelandet.“ Tatsächlich wurden in den fünfziger Jahren in der DDR mehrere Spione und auch Spioninnen hingerichtet. Es scheint unglaublich, aber mit seinen Eltern hat er darüber nie gesprochen. Es ist eine Sprachlosigkeit, wie man sie aus Nachkriegsfamilien kennt. Die prekären Punkte in der Biografie blieben unberührt. Dieses Schweigen hat der Enkel mit seinem Buch gebrochen.
Frankfurter Rundschau
Ein mitreißender Plot und vor allem zum Großteil ganz real […] Dirk Brauns schrieb den Roman "Die Unscheinbaren" über die Spionageverstrickungen seiner Familie. Bei der Recherche durchforstete er Tausende Seiten an Akteneinträgen im BND- und im Stasi-Archiv. "Jede Familiengeschichte hat ihre dunklen Geheimnisse", sagt Brauns, "doch nicht in jeder werden die Großeltern als Spione enttarnt"
Christopher Nehring, Spiegel Online
Dirk Brauns' Roman nimmt sofort gefangen, weil er trotz fiktiver Elemente ein Stück deutscher Zeitgeschichte ist.
emotion
Starke Frauen spielen eine zentrale Rolle im Buch, etwa die kühle Mutter, Martin Schmidts verstorbene Ehefrau sowie seine Jugendliebe Angelika, die er vor 50 Jahren in der DDR zurücklassen musste und nun wieder trifft. Klare Leseempfehlung!
BlickPunkt Brandenburg
Bis zum Ende der DDR sollen etwa zehntausend Agenten des Bundesnachrichtendienstes in der DDR Ausschau gehalten haben nach geheimen Informationen. Es gibt erstaunlich wenig Bücher, die von diesem Phänomen und von solchen Fällen erzählen. Aber es gibt einen neuen Roman, der dies tut: "Die Unscheinbaren".
Frank Meyer, Deutschlandfunk Kultur
Ein deutscher Spionageroman, fern von jeder James Bond-Literatur [...], der sich durch die sehr cineastische Sprache sehr flott lesen läßt. [...] Pures Kopfkino.
Hauke Harder, Leseschatz-TV
Der Kampf zwischen Mutter und Sohn währt ein halbes Jahrhundert und überspannt den ganzen Roman. Noch als fast Siebzigjähriger sucht der Sohn seiner inzwischen 92-jährigen Mutter die Wahrheit abzuringen. Es ist ein abgründiges Duell mit einer geradezu dämonisch verstockten und hochfahrenden Greisin, die, selbst in die Enge getrieben, den Sohn immer noch mit Lügen und Ausflüchten hinzuhalten sucht.
Sigrid Löffler, Deutschlandfunk Kultur